
11 Dinge, die ich für Arbeit halte
Von Mattes, Jack-Russell-Terrier, Vollzeitmitarbeiter im Haushalt
Manche Menschen gehen zur Arbeit. Ich bin die Arbeit.
- Sonnenflecken bewachen. Ein Fleck auf dem Teppich, einer auf der Couch, einer im Bett. Unbewacht? Undenkbar.
- Den Kühlschrank observieren. Der macht Geräusche. Geräusche bedeuten Essen. Essen für mich. Auch Sauerkraut. Auch Beeren.
- Kartons testen. Kommt ein Paket, prüfe ich den leeren Karton auf Stabilität, Geruch und ob man sich hineinkuscheln kann. Ich nenne das Qualitätssicherung.
- Postboten überraschen. Der kommt immer wieder. Also ist er verdächtig. Ich begrüße ihn laut. Sehr laut. Beschützerjob.
- Laufwege blockieren. Flur, Küche, Bad. Wer durchwill, geht über mich oder gar nicht. Effizienz.
- Papiertaschentücher stibitzen. Die gehören offiziell niemandem. Also mir. Ich hole sie, ich zerreiße sie, ich bin fertig. Feierabend.
- Schmutzstellen im Garten abnehmen. Je matschiger, desto gründlicher die Prüfung. Danach Couch. Dann Bett. Dann Karins Schoß. Reihenfolge ist Gesetz.
- Gras kontrollieren. Prüfen, ob es noch das gleiche ist wie gestern.
- Mäuse und Ratten jagen. Feld, Wiese, Wald: Ich stöbere gemütlich, bis es plötzlich ungemütlich für Nagetiere wird. Naturschutz mit Biss.
- Merle raufen und den Haushalt zusammenhalten. Sie tobt, ich tobe. Danach Kampfschmusen auf dem Schoß. Schwanzwedeln. Dackelblick. Anhänglichkeit ist auch ein Job. Ein Vollzeitjob.
- Karin und Reiner beaufsichtigen. Auto: nein. Halsband: auch nein. Alleinbleiben: erst recht nein. Katzen: überflüssig. Ein bestimmter Nachbar: Feindbild. Backen von Hundekeksen: Pflichttermin. Wasser, Ball, Wald: Außendienst.
Danach schlafe ich. Nicht, weil ich faul bin,
sondern weil Führungskräfte regenerieren müssen.
Gezeichnet,
Mattes
Sonnenanbeter, Kühlschrankbeauftragter, Teilhaber am Bett.