
Die Kapitulation des Mülleimers
Karin und Reiner glauben immer noch, der Abfalleiner sei sicher. Süß!
Was jetzt folgt, war der schicksalhafte Tag, als wir den Mülleimer knackten.
Wir hatten den Plan seit Dienstag. Mattes hat die Klappe beobachtet. Merle hat die Gerüche katalogisiert. Fazit: Da war Wurst. Nicht irgendwelche Wurst. Die gute.
Als die Menschen im Wohnzimmer verschwanden („nur kurz die Nachrichten schauen“), war unser Moment da. Ein gezielter Rempler, ein geschickter Pfotenhebel, ein triumphales Plong – und der Deckel war Geschichte.
Das Resultat war Kunst.
Mattes sicherte den Eingang. Merle machte Inventur. Butterbrotkanten, ein Stück Käse mit nur leichtem Schimmel und – Jackpot – die Reste vom Sonntagsbraten. Wir haben effizient gearbeitet. Sehr effizient.
Dann plötzlich das Geräusch.
Karins Stimme. Hell! Sehr hell! Wie aus dem Nichts.
Reiner kam hinterher, sah uns an, sah den Boden an, sah uns wieder an. Und hat – wir schwören es – ganz kurz gegrinst.
Wir haben uns natürlich sofort auf den Rücken gelegt. Unschuldig. Engelhaft. Der Klassiker. Funktioniert immer. Fast.
Fazit des Tages:
Der Mülleimer hat verloren.
Wir haben gewonnen.
Und Reiner hat den Deckel jetzt mit einem Extra-Riegel versehen.
Na und?
Wir haben Zeit. Und wir haben Teamgeist.
Nächstes Ziel: der Kompost.
Der duftet schon wieder verdächtig gut.
Mattes & Merle, professionelle Resteverwerter