
Impf-Drama: Warum wir wieder „geopfert“ werden
Der große Hinterhalt:
Wir, Mattes und Merle, melden uns aus dem Auto. Wieder mal die jährliche Folter-Tour: OP-Raum, Waage, Spritze! Karin und Reiner haben uns heute Morgen mit dem klassischen „Spaziergang“-Trick reingelegt. Spoiler: Es war keiner. Merle hat schon auf der Fahrt angefangen, das Drama zu proben: „Ich sterbe. Definitiv. Heute. Hier. Auf diesem Rücksitz.“ Ich, Mattes, habe lautstark protestiert und bis zuletzt Gegenwehr geleistet.
Praxis des Schreckens:
Beim Tierarzt riecht es nach Desinfektionsmittel und Verrat. Das grüne Kittel-Wesen starrt uns an und grinst, als hätte es gerade den Jackpot geknackt. Merle hat den Opferblick eingeschaltet und ich (Mattes) überlege ernsthaft, ob ich mich tot stellen soll. Merle = kompletter Zusammenbruch, Zittern, „Warum hasst ihr uns?“, dramatischer Blick zu unseren Menschen. Ich = stolzer Widerstand, bis die Nadel kommt…! „Nur ein kleiner Pieks“, sagt der Arzt. Kleiner Pieks? Das brennt wie Hölle. Stechen, streicheln, Leckerli. Als ob uns das entschädigt. Und die Menschen? Die stehen daneben und sagen: „Schön brav sein!“ Brav? Wir sind traumatisiert.
Die Entschädigung:
Schmerzensgeld in Form von Kauknochen.
Das Urteil:
Wir haben überlebt und sollen jetzt geschützt sein. Geschützt vor was? Vor einem normalen Dienstag?
Mattes & Merle (immer noch leicht aufgeregt)