
Schlafpositionen und warum die Mitte des Bettes mir zusteht.
Mitte. Nicht Rand. Nicht „ein bisschen rüber“. Mitte. Nicht verhandelbar.
Hallo Leute. Mattes hier. Heute mal etwas Grundsätzliches. Karin behauptet, das Bett gehöre ihr, weil sie es bezahlt hat und die Bezüge wäscht. Niedlich. Besitz ist etwas anderes als Nutzung. Die Matratze hat längst für mich gestimmt.
Nachts ist das so: Karin legt sich hin, irgendwo seitlich. Ich warte, bis das Licht aus ist. Dann drehe ich mich einmal, strecke die Hinterbeine und lande genau dort, wo die Matratze am weichsten ist. Zufall? Nein. Vermessung.
Meine Positionen sind kein Chaos. Das ist Planung.
Rückenlage, Bauch nach oben, eine Pfote auf ihrer Decke: Das heißt, ich schlafe. Und dass der Bauch in Reichweite bleibt, falls sie nachts aufwacht und ihre Prioritäten sortieren muss. Spoiler: Der Bauch gewinnt.
Seitenlage, Kopf auf ihrem Kissen: Qualitätskontrolle. Kissen müssen nach mir riechen, sonst sind sie nur Stoff. Außerdem höre ich so, ob sie atmet. Sicherheit geht vor. Mein Kopf auch.
Zusammengerollt in ihrer Kniekehle: Wärmetausch. Sie heizt, ich speichere. Effizienter als jede Decke, und ich verlange kein Abo.
Die Schlussphase ist die Quersperre. Von linker Bettkante bis rechter Bettkante, Schnauze an ihrer Schulter, Hinterteil dort, wo eben noch ihr Bein war. Danach ist das Bett voll. Nicht überfüllt. Korrekt belegt. Wer anderer Meinung ist, diskutiert mit 11 Kilo Unbeugsamkeit.
Karin schiebt mich manchmal zur Seite. Ich lasse das zu. Drei Sekunden. Dann rolle ich zurück, seufze einmal tief, damit sie weiß, dass ich nachsichtig bin, und nehme die Mitte wieder in Besitz. Die Mitte ist nicht frei geworden. Die Mitte hatte nur kurz Besuch.
Sie sagt, sie könne so nicht schlafen. Ich schlafe ausgezeichnet. Einer von uns hat das System verstanden.
Wenn sie die Mitte will, kann sie mich dort in dem Arm nehmen. Ich bin weich, ich bin warm, und ich gehe nicht weg. Besser wird das Angebot heute Nacht nicht.
Euer Mattes