
Welpen-Ratgeber vom Senior: Mattes erklärt euch das Leben (damit ihr uns Alten nicht auf die Nerven geht)
Hallo, ihr Energiebündel. Ich bin Mattes. Senior. Erfahrung. Graue Schnauze. Und ja, ich gucke euch gerade so an, als hättet ihr den letzten Knochen geklaut – weil ihr das wahrscheinlich auch tut.
Hört zu. Einmal. Dann könnt ihr wieder durch die Wohnung rasen wie unbezahlte Staubsauger.
1. Schlafen ist eine Kunst, kein Unfall.
Ihr legt euch hin und schlaft sofort. Süß. Amateurhaft. Ein richtiger Hund schläft mit einem Auge offen, einem Ohr auf „Küche“ und der Würde eines Königs, der nur zufällig auf dem Sofa liegt. Nicht mitten im Flur. Nicht auf den Füßen der Menschen. Und schon gar nicht so, dass man euch um 3 Uhr nachts anrempelt und ihr dann so tut, als wäre ich das Problem.
2. Futter ist Verhandlungssache.
Welpen-Regel: Alles, was runterfällt, gehört euch. Senior-Regel: Alles, was aussieht, als könnte es runterfallen, gehört euch – aber mit Stil. Nicht hecheln, nicht winseln, nicht diesen peinlichen „Ich bin so klein und hungrig“-Blick. Hinsetzen. Starren. Warten. Der Mensch bricht irgendwann. Das ist Wissenschaft.
3. Spazierengehen ist kein Sportfest.
Ihr zieht, ihr springt, ihr begrüßt jeden Stein, als wäre er euer verschollener Bruder. Entspannt euch. Schnüffeln ja. Aber nicht so, als müsstet ihr die komplette Straßenchronik in einer Runde archivieren. Und das Markieren: Ein Bein heben reicht. Ihr seid keine Feuerwehr.
4. Menschen sind trainierbar. Meist.
Die sitzen auf dem Sofa und denken, sie hätten das Sagen. Falsch. Ihr seid der Chef, sie das Personal. Bellt nicht grundlos – das ist billig. Ein gezieltes Schnauben zur richtigen Zeit bringt mehr. Und wenn sie „Platz“ sagen: Hinlegen, ja. Aber so, dass klar ist: Ich habe beschlossen, dass es jetzt Platz-Zeit ist.
5. Spielen ist optional. Würde nicht.
Ihr werft euch auf alles, was sich bewegt. Ball, Socke, der eigene Schwanz. Irgendwann merkt ihr: Energie ist endlich. Dann kommt ihr zu uns Alten und wollt kuscheln. Zu spät. Wir haben den besten Platz schon besetzt. Und nein, wir rücken nicht.
Zum Schluss: Hört auf, uns anzubetteln, als wären wir eure Großeltern mit unbegrenztem Leckerli-Budget. Wir sind eure Großeltern. Mit begrenztem Budget. Und einer sehr klaren Meinung über eure Erziehung.
Jetzt ab ins Körbchen. Oder aufs Sofa. Aber leise.